Fehlgeleitete Anreize im Gesundheitswesen

02. Juni 2024

Nachdem die Freie Liste wieder einmal den Vorschlag, die Gesundheitsprämien an den Erwerb zu koppeln aus der Mottenkiste packt, stellt sich die Frage, gibt es eigentlich den Fünfer und das Weggli im Gesundheitswesen?  Fakt ist kein Wirtschaftssektor wird heute so stark von der Politik gesteuert wie das Gesundheitswesen. Seit dem Inkrafttreten des kollektivistischen KGV vor über 30 Jahren ist das Gesundheitswesen immer mehr in eine Schleife der Überregulierung, der Kostenspirale und nicht zuletzt der politischen Willkür geraten. Die Politik hat eingegriffen bei den Vergütungen der Ärtzte, den Preisen der Wahlfreiheit der Franchisen etc.  Bis dato ist es der Politik nicht gelungen, die von ihrer Politik verursachten Eliminierung wirtschaftlicher Anreize zu kompensieren.

Kollektivierung der Gesundheitskosten

Hochwertige Gesundheitsleistungen sollen auch in Zukunft ungehindert und frei bleiben aber problembehaftet müssen die Verzerrungen, aus der verstärkten Kolletkivierung der Ausgaben unter dem Diktat einer staatlich verordneten Sozialpolitik, einer obligatorischen Krankenversicherung neu bewertet werden. Nicht zuletzt  wurde dadurch eine künstliche Expansion der Gesundheitsausgaben geschaffen aufgrund  fehlgeleiteter angebots- und nachfragegesteuerten Anreize. Mit dem vielgepriesenen Begriff „Solidarität“ und einer verstärkten politischen Umverteilung wird versteckt, dass eine Kollektivierung eine andere Seite der Medaille aufweist, nämlich laufend steigende Versicherungsprämien, höhere Steuerbelastungen und nicht zuletzt Freiheitsbeschränkungen für Verbraucher wie auch für die Dienstleister. Es fehlt nach wie vor eine ernsthafte Debatte und Analyse. Es wird nach Sündenböcken gesucht, die aber für das angerichtete Dilemma nicht verantwortlich sind. Es ist auch falsch die Dienstleister unserer Versorgungsqualität dafür verantwortlich machen zu wollen. Verantwortlich ist ganz alleine die Politik und deren Verordnung eines Fehlanreizes eines politisch doktrinierten Drittzahlersystems, die eine Inflationierung der Kosten anheizt. Wir müssen erkennen, dass wir infolge der übermässigen Kolletkivierung der Ausgaben unter einer Übermedizinisierung leiden. So wird in der Schweiz geschätzt, dass das Überangebot  an medizinischen Leistungen mittlerweile bis zu 30 Prozent der Ausgaben beträgt. (Prof Dr. med Nicolas Rodondi)  Eine Ablehnung marktwirtschaftlicher Ansätze ist für die Qualität der Medizin und Pflege langfristig nicht produktiv.  Der gesamte Gesundheitssektor wird zunehmend von einem Bürokratismus erstickt. Auf der Strecke bleiben der gesunde Menschenverstand, therapeutische Freiheiten sowie Innovation. 

 

Mögliche Alternativen

Es ist erwiesen, dass nur ein auf Wettbewerb, Vertragsfreiheit, Marktwirtschaft, und Eigenverantwortung fussendes Gesundheitssystem die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ guten Gesundheisleistungen zu erschwinglichen Preisen langfristig garantieren kann. Ein Beispiel ist Singapur, dass es zur Verantwortungslosigkeit, welches das heutige Umlagesystem im Gesundheitswesen  auch Alternativen gibt. Diese alternative Variante basiert auf individuellen Gesundheitssparkonten, verbunden mit Grossrisikoversicherungen für tatsächlich unvorhersehbare und unbeeinflussbare chronische oder schwere Krankheiten. Das System wurde in Singapur mit grossem Erfolg bereits 1984 eingeführt. Die Gesundheitskosten betragen dort lediglich 4.3 Prozent des BIP, während sie bei uns annähernd 12 Prozent betragen.  Am deutlichsten wirkt die Kostenbeteiliugng wenn wir sie 100 Prozent beträgt, das heisst, bei Gesundheitsleistungen, die wir vollständig selber bezahlen müssen. Das beste Beispiel sind die Zahnarztkosten. Zwischen 2010 und 2017 sind die bezahlten Zahnarzkosten jährlich um 0.5 Prozent gesunken. Die gesamten Gesundheitskosten wuchsen dagegen jährlich um 3.7 Prozent (BSF Kosten und Finanzierung  des Gesundheitswesens nach Leistungen)


Verantwortungslosigkeit

Es wird immer wieder behauptet die Gesundheit sei ein spezielles Gut und könne deshalb nicht dem freien Markt überlassen werden. Ich wage zu behaupten, dass die Gesundheit aufgrund der Tatsache, dass sie als besonderes Gut angesehen wird nicht in die Hände der Politik gelegt werden sollte und zwar aus dem einfachen Grund: Im Gegensatz zu denen, die auf dem freien Markt handeln tragen Politiker kaum oder überhaupt nicht die Folgen ihres Handelns. Sie handeln deshalb meist verantwortungslos. Das Grundübel ist die seit Jahrzehnten verfolgte Politik des Interventionismus. Die Politik ist im Teufelskreis einer weiterwachsenden Regulierung und Subventionierung gefangen. Die Lösung hiesse vermehrte Liberalisierungspolitik und Privatisierungsschritte in die Wege zu leiten. Das Gesunheitssystem ist nicht zu retten, indem wir die Augen verschliessen und kommt einer Bankrotterklärung gleich.

Autor: Ulrich Hoch
"Es liegt mir am Herzen, mich für eine liberale freiheitliche Zivilgesellschaft einzusetzen, gegen eine Mythisierung einer unbegrenzten Demokratie, die sich in alle Belangen des Menschen einmischt und sich damit als grösster Feind der individuellen Freiheit zeigt."